Hawkes Bay

Nach 9 Wochen hier in Hawkes Bay bin ich nun endlich so weit, um euch meine vorübergehende Heimat vorzustellen.

Napier, in dem das Haus meiner Gastfamilie steht und ich zur Schule gehe, wurde nach einem der schlimmsten Erdbeben 1931 (6 Leute starben) praktisch von Grund auf neu Aufgebaut. Wie ein Phönix ist es aus der Asche emporgestiegen, denn die Bewohner von Napier haben sich etwas beim Wiederaufbau der Stadt überlegt. Herausgekommen ist dabei der einzigartige Art Deco Stil der Gebäude. Anfang des Jahres findet die Art Deco Woche statt, in der sich die Leute anziehen, wie zu jener Zeit. Im Generellen kann man sagen, dass die goldenen 20er ausgeschlachtet werden. Das geht von geführten Touren mit authentischen angezogenen Guides mit Wagen, bis hin zu Shops, mit Kleidern und Möbeln.

Nun haben aber einige Häuser das Erdbeben unbeschadet überstanden. The Houses oft he six Sisters, ist ein weiteres Highlight. Der Geschichte nach hatte ein Mann, wen überrascht es, sechs Töchter. Der Vater fand es allmählich für angebracht, dass diese auszogen und baute jeder einzelnen ein Haus. Weshalb er sie nicht einfach verheiratet hat, ist mir schleierhaft, wäre es doch wahrscheinlich günstiger geworden… Vielleicht war es die Mitgift?

P1000035

Houses of the Six Sisters

Wenn man nun und das habe ich vor 2 Wochen zusammen mit Mohammed und Karin getan, dem Hügel entlang ganz nach vorne läuft in Richtung Meer, dann kommt man am Aussichtspunkt Bluff Hill an. Es war aber eine halbe Weltreise von über 2 Stunden, wobei wir uns auch 2 mal verlaufen haben, aber es hat sich gelohnt, denn man wird mit einer Aussicht über das Meer und den Hafen belohnt.

Jeden März findet in Napier ein Festival statt, bei dem Strassenkünstler eine Wand zur Verfügung gestellt bekommen und das ist dabei herausgekommen…

Überall in der Stadt trifft mal grössere oder kleinere, buntere oder eintönigere davon an und man bleibt gerne einen Moment stehen um inne zu halten und das Kunstwerk zu betrachten.

Vor einer Woche fand der Hawkes Bay Marathon statt, an dem einige aus der Schule und natürlich ich, auch mit von der Partie waren. Bevor ihr jetzt voreilige Schlüsse zieht. Nein, ich bin nicht mitgerannt (Cousin Daniel aber auch nicht)! Ich habe als Freiwillige Helferin teilgenommen und den im Ziel angekommenen Läufern Getränke und Bananen bereitgestellt. Es war ein riesen Spass und die Athleten waren unglaublich dankbar. Einige sind fast gestorben, haben mir aber mit knallrotem Kopf für meinen Einsatz gedankt.

Das Ziel befand sich etwas ausserhalb in der Auffahrt eines Weinguts, was mich zum nächsten Punkt bringt- Wein! Ich, als nicht begeisterte Weintrinkerin befinde mich doch tatsächlich in der Weingegend, oh Ironie lass nach. Folgendes kann ich zu den Weinen hier aus der Gegend sagen: Sieht aus wie Wein, riecht wie Wein, schmeckt nach Wein.

In der Nähe von Hastings, einem weiteren Städtchen in der Bucht befindet sich das Te Mata Peak oder auch Sleeping Giant genannt, ein kleiner Berg mit wunderschönem 360 Grad Ausblick.

Version 4

Aussicht ins Landesinnere vom Te Mata Peak aus

Laut der Sage gab es einen Maorihäuptling mit einer wunderschönen Tochter mit dem Name Heneraku, was in Maori Baum heisst. Der Sohn eines benachbarten Maorihäuptlings wollte diese zur Frau. Da der Vater seine Tochter jedoch nicht gehen lassen wollte, stellte er dem jungen Mann unmögliche Aufgaben.

Eine davon lautete, den Berg zu essen. Also begann der junge Mann damit riesige Brocken aus Gestein heraus zu beissen und formte somit eine Felsformation, die aussieht wie ein schlafender Riese. Doch Te Mata war zu gierig und erstickte dabei.

Und was lernen wir daraus? Wenn man einen Berg nach sich benannt haben will, dann muss man ihn essen.

Ausserdem befindet sich hier der Längste Ortsname der Welt. Taumatawhakatangihangakoauautamateapoka.

Was so viel bedeutet wie: Das hier ist der Platz an dem Te Mata, der Mann mit den grossen Knien, der Berge beschnitt, bekletterte und ass, berühmt als Landesser, Nasenflöte für deine Freunde spielte.

 

 

Advertisements