Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

… auf dem Boden ist sie es jedenfalls nicht!

Ich habe es tatsächlich geschafft und bin nicht irgendwo auf dem Weg von der Schweiz bis nach Neuseeland verloren gegangen.

Seit sechs Tagen lebe ich nun bereits unter den Kiwis, wie sich die Neuseeländer selbst nennen und habe so viel zu erzählen, das ich gar nicht weiss, wo ich beginnen soll.

Am besten von Anfang an.

Meine Reise ans andere Ende der Welt startete am Freitag dem 18.3.2017 am Zürcher Flughafen. Kurz und schmerzlos habe ich mich dort von drei sehr wichtigen Leuten in meinem Leben verabschiedet. Gerne würde ich sagen, das keine Tränen geflossen sind, aber das wäre gelogen…

Die Angst, zum ersten mal überhaupt alleine und dann auch noch so weit zu fliegen, hat mir sehr zugesetzt, aber im Nachhinein kann ich nur  den Kopf schütteln und darüber lachen.

Klar, kann ich euch sagen, dass ich in Singapur beinahe ausgerastet wäre, weil sie dort ein sehr spezielles System haben. Man kann erst 20 Minuten vor dem Abflug durch den Sicherheitscheck und ans Gate.  Mein innerer Eidgenosse und stolzer Bünzli ist tausende Tode gestorben.

Die Wachmänner vor dem Sicherheitscheck geniessen ihren Job sichtlich. Breitbeinig stehen sie vor dem Durchgang und herrschen mit eiserner Faust darüber, wer durch kann und wer nicht und wehe man hat sein Ticket nicht in Sichtweite, um es ihnen direkt unter die Nase zu halten!

Danach kam ein weiteres Problem das ich bewältigen musste. Jeder Einreisende muss einen Zettel ausfüllen auf dem er genauestens angibt, wie lange er bleibt, wo er wohnt, was er transportiert und welche Produkte darin enthalten sind. Vor lauter Angst, da sie es sogar noch gross und fett hinschreiben, eine ordentliche Busse zu zahlen, habe ich es mit dem Ankreuzen etwas übertrieben…

Für alle, die es nicht wissen, Neuseeland versucht seine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt so gut es geht zu schützen, weshalb die Kontrollen und Bussen unglaublich streng ausfallen.

Zuerst einmal wurde ich auf Herz und Nieren geprüft und gefragt, was ich überhaupt diese 5 Monate hier mache und wieso ich dies täte, danach ging es weiter zur Durchleuchtung meines Koffers. Man wird penibelst zu den angegebenen Punkten auf dem Zettel befragt und muss Auskunft darüber geben, weshalb man sie so angekreuzt hat.

So weit, noch nicht so schlimm. ABER DANN musste ich wegen meiner bereits gebrauchten Wanderschuhe zur Kofferdurchsuchung (sie könnten ja Samen oder etwas ähnliches an sich haften haben).

Dort habe ich richtig, richtig heftige Panik bekommen. Man konnte dabei zusehen, wie sie ganze Koffer in ihre Einzelteile zerlegt haben und jedes kleine Stück Kleidung oder was auch immer untersucht haben. Ich sah mich ehrlich gesagt schon bis auf die Unterhosen ausgezogen in Auckland am Flughafen stehen…

So weit ist es dann nicht gekommen. Eine sehr nette Frau hat meine Wanderschuhe genommen und sie in eine Flüssigkeit getunkt, die sie versiegelt und danach durfte ich auch schon gehen.

Endlich in Auckland angekommen habe ich mich dann an einen Informationsschalter geschleppt, wo mir ein ebenfalls sehr netter Mann erklärt hat, dass ich für Inlandflüge zu einem anderen Abschnitt des Flughafen müsse. Dafür sollte ich einfach der grünen Linie auf dem Boden folgen, die würde mich dahin bringen. Es wäre ein Fussmarsch von 5 Minuten.

  1. Bin ich der Linie ein ganzes Stück in die Falsche Richtung gefolgt und durfte alles wieder zurück laufen.
  2. Wären es so oder so nie im Leben 5 Minuten geworden, um ans andere Ende des Flughafens zu kommen. Vor allem nicht bei über 25°C (eigentlich sollte es Herbst sein) und beladen wie ein Packesel, mit einem riesigen Rucksack auf dem Rücken und einem schweren Koffer im Schlepptau …

Der Flug von Auckland nach Napier war sehr abenteuerlich. Inlandflüge sind meistens  kleine Flugzeuge, in denen rund 40 Personen Platz haben.

Dazu kam noch, dass ich das Glück hatte, einen Platz bei den Notausgängen zu erwischen. Vor dem Flug musste ich mich deshalb noch durch eine Broschüre quälen, in der mir bis ins kleinste Detail erklärt wurde, was ich bei einer Notlandung zu tun hätte. Man öffnet die Tür übrigens nicht, wenn man Wasser oder Feuer sieht und sich die Flugzeugturbinen noch bewegen- das nur am Rande.

Für einen kurzen Moment, als wir dabei waren in die Lüfte zu steigen, dachte ich wir stürzen tatsächlich ab. Das Flugzeug hat geruckelt als gäbe es kein Morgen, aber nach einer Stunde Flug bin ich sehr müde und sehr verschwitzt in Napier angekommen und von meinem Gastvater Murray und meiner Gastschwester Rianna herzlich empfangen.

 

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3 thoughts on “Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

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